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Nordic Walking-Stöcke

walking6Nordic Walking-Stöcke

 

Dem Nordic Walker steht heute eine große Anzahl an Stöcken zur Verfügung. Doch worauf sollte man beim Kauf achten? Gelten noch 0,66 x Körperhöhe und wie ist es mit Ersatzteilen? All dies wird hier erklärt.

Start


exel2Nordic Walking-Stöcke sind ein Trainingsgerät und wurden ja in einfacherer Form sehr erfolgreich als Sommer- / Herbsttraining im Skilanglauf eingesetzt. Nicht umsonst, denn hier erkannte man schon frühzeitig die Möglichkeiten viele Muskeln gleichzeitig zu trainieren und dabei noch das Cardiosystem zu stärken. Aber wie bei jedem Sportgerät gibt es große Unterschiede, die nicht zuletzt dafür verantwortlich sind, wie das Training letztendlich ist. Besonders wichtig ist es, dass die Stöcke die richtige Technik unterstützen. Wichtige Faktoren sind die Länge, Schlaufen, Spitzen und die Griffe. Aber auch viele weitere sekundäre Faktoren sind sehr wichtig und werden nachfolgend erklärt.

 

 

Die richtige Länge

Als Maß wird gern die Formel 0,66 x Körperhöhe verwendet, allerdings bietet diese nur eine sehr grobe Vorgabe. Vorrangig entscheidend ist der Faktor, ob sich mit der Länge ein runder Bewegungsablauf durchführen lässt. Dieser geht vor dem Körper los mit dem Einstechen der Spitze und endet hinter dem Körper mit dem Öffnen der Hände. Wenn diese Bewegung flüssig abläuft, ist die Länge des Stockes richtig. Ausschlaggebend für die Länge sind letztendlich die Körperhöhe, Schrittlänge, Arm- / Beinlänge und die Oberkörpertechnik. Da hier viele Komponenten eine Rolle spielen, ist es ratsam sich vorher bei einem Kurs oder Fachgeschäft zu informieren.

 


Griff

Griff- / Schlaufenkombination

swix1Sie ist das Herzstück eines jeden Stockes, denn wir fühlen, greifen und nutzen es. Je Kilometer werden die Hände 1000 Mal geöffnet und geschlossen. Dabei sollen möglichst keine Blasen an den Handflächen entstehen.

Beim Griff werden unterschiedliche Materialien wie Plastik, Gummi, Kork oder ein spezieller Schaumstoff verwendet. Das ist natürlich immer eine Geldfrage, aber wenn der Stock oft genutzt wird, lohnen sich schon eventuelle Mehrkosten. Plastik und Gummi sind da für mich keine wirklich gute Wahl. Ich bevorzuge z.B. den Schaumstoff oder auch Kork. Zum einen sind diese griffiger und zum anderen transportieren sie Schweiß besser ab. Erfahrene Nordic Walker wissen diese Eigenschaften sehr zu schätzen.

Bei der Schlaufe gibt es drei Basisvarianten. Die ursprüngliche Handgelenksschlaufe von EXEL, die Daumenschlaufe und die Schlaufe der Discounter. Die EXEL und die Daumenschlaufe haben sich beide bewährt, wobei nun auch EXEL zur Daumenschlaufe gewechselt ist, weil der Hersteller auch Stockmodelle mit abnehmbaren Schlaufen produzieren wollte. Die Schlaufen der Markenhersteller sind auf lange Einsätze ausgelegt und schmiegen sich der Hand sehr gut an. Außerdem leitet der Stoff den Schweiß gut ab. Wenn Sie die Schlaufe anlegen, sollte diese besonders gut sitzen und vor allem noch verstellbar sein. Wenn Sie nun mal etwas laufen, sollte die Kombination aus Griff und Schlaufe sehr angenehm und stimmig sein. Nur wenn das wirklich gut zusammen passt, wird Nordic Walking auch Spaß machen. Daher ist es ratsam mehrere Stöcke zu probieren.

Nun noch die Discountschlaufe. Diese ist für Nordic Walking völlig ungeeignet und wer nun meint, dass Stiftung Warentest diese ja mit "Gut" bewertet hat, kann ruhig davon ausgehen, dass die Probanten bis zum Leiter des Tests keine Ahnung hatten. So hat sich mir dies zumindest offenbart, als ich mit dem Leiter gesprochen habe, der mir auch nicht beantworten konnte, wie diese Schlaufe die richtige Technik unterstützt. Er konnte es nicht, wie auch?

Ein anderes Problem ist das Material, ein sehr weiches und beim Kauf sehr angenehmes, weil es sich auf der Hand sehr angenehm anfühlt. Allerdings zeigt es unterwegs auch, was es nicht kann. Der Stoff ist billig und die Nähte platzen, schlimmer noch, es saugt sich mit Schweiß voll und irgendwann hat man ein nassen Lappen um die Hand.

Darauf sollte man achten:

  • Material der Griffe und Schlaufen sollte angenehm sein
  • Schlaufe sollte einstellbar sein und gut an der Hand sitzen
  • Sie sollte die Technik unterstützen
  • Dürfen sich nicht voneinander lösen

Schaft


Der Schaft.

Wir sehen meist nur die bunte Oberfläche der Hersteller, aber was sich darunter verbirgt, ist ebenso interessant. Auch wenn heute die meisten Markenstöcke aus Carbon bestehen, so gibt es auch noch die Variante mit Aluminium oder Glasfaser. Besonders letztere ist sehr preiswert und wird gern bei Discountern eingesetzt, obwohl sie etwas schwerer ist. Aluminiun wird nur selten als Material verwendet. Ich kann mich da nur an die Stöcke der Marke Hahn erinnern. Sie sind ziemlich schwer, aber genau das und den daraus resultierenden zusätzlichen Trainingseffekt gerade bei kurzen Strecken fanden einige Kursteilnehmer im Test sogar gut.
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Carbon ist Standard bei den Markenstöcken. Auch hier gilt, dass es Unterschiede gibt. Daher wurden von Beginn an Stöcke mit unterschiedlichem Carbonanteil verkauft. Dieses Material ist zwar sehr stabil und leicht, neigt aber durch die sehr dünne Schafthülle dazu in Schwingung zu geraten. Je stärker der Stock also aufgesetzt wird, desto mehr schwingt er. Diese Schwingungen lassen sich aber mit einem höherem Carbonanteil stark verringern und so achten Verkäufer und Trainer darauf, wie stark die Teilnehmer ihre Stöcke einsetzten und können so die geeigneten Stöcke empfehlen. Mittlerweile hat man ein gutes Maß bei den aktuellen Stöcken zwischen Gewicht, Schwingung und Carbonanteil.

TIPP: Testen Sie die Stöcke ruhig und stoßen sich mal richtig ab. Wenn sich die Stöcke leicht biegen, dann lieber einen Stock mit einem höherem Carbonanteil auswählen. Das Walking wird dadurch wesentlich angenehmer.

 

Spitze

Die Spitze.

exel3Sie ist die Verbindung zum Boden und soll daher primär für den richtigen Abstoß sorgen. Durch die unterschiedlichen Untergründe während eines Walkings muss sie allerdings verschiedene Anforderungen erfüllen. Historisch waren die Skistöcke die ersten, die für den Stocklauf genommen wurden. Deren Spitzen nutzen sich aber schnell ab. So wurde die Widiaspitze entwickelt, die leicht abgewinkelt ist. Diese kann anstelle der herkömmlichen Spitze eingeschraubt werden. Noch heute sehen wir den Knick bei sehr vielen Spitzen und auch das besonders harte Widia hat sich durchgesetzt, zumindest bei Markenstöcken.

Die am häufigsten gebrauchte Form ist eine schmale Spitze, die in einem sehr spitzen Winkel zusammenläuft. Besonders bei harten Böden bis hin zum Eis krallt diese sich regelrecht in den Boden. Ein weiterer Vorteil ist, dass auf Asphalt die Geräusche etwas leiser ausfallen. Hersteller wie Karhu, Fischer Ski, One Way, Exel, Swix und New Balanced setzen diese Spitzen schon lange ein. Einen völlig anderen Weg geht LEKI. Hier wird eine Spitze in Dornenform genutzt. Seine lange Form ist ideal für weiche Böden, wie man sie häufig auf Wanderwegen findet. In dem Bereich ist LEKI ja schon lange aktiv mit hochwertigen Wanderstöcken. Aber auch der Nordic Walker wird die langen Spitzen schätzen, denn sie geben einen sehr guten Halt beim Abstoß.

 

 

 

 

 

Verstellbar

Nordic Walking-Stöcke mit Längenverstellung

 

Grundlegend hat man zwei Basisvarianten mit unterschiedlicher Ausrichtung. Angefangen hat es mit dem Verstellmechanismus im Mittelteil, bei dem man die Stöcke von 100 - 140 cm Länge einstellen konnte. Der Schraubdübel, der das ermöglicht hat, stellte aber auch besondere Ansprüche an den Stock und so wurde hier eine Kombination aus Aluminium und Carbon gewählt. Heraus kamen Stöcke wie z.B. der LEKI Trainer. Hier hatte sich der Hersteller stark an Wanderern orientiert, denn diese stellen ihre Wanderstöcke bei Bedarf länger und setzen diese nach vorn ein, wenn es steil oder unwegsam bergab geht. Eine Technik, die man mit Nordic Walking-Stöcken auch sehr gut ausführen kann. Ein anderer Vorteil war, dass Trainer die Stöcke besser auf die Teilnehmer einstellen konnten, um zu sehen, welche Längen zu diesen am besten passen oder einfach um fehlende Stocklängen ausgleichen zu können. Mittlerweile bieten viele Hersteller Stöcke mit dieser Verstelltechnik an.

 

20071030-DSC00860Eine weitere sinnvolle Variante sind Stöcke, die kurz unter dem Griff um wenige Zentimeter verstellen werden können. Das hört sich nicht viel an, aber in der Praxis sind diese ein wahrer Segen. Zum einen kann man den Stock an seine Geschwindigkeit anpassen so zB nach Tagesform oder wenn man in einer Gruppe läuft und da machen 5cm eine Menge aus. Oder andere aus der Familie können die Stöcke ebenfalls nutzen. Hier bieten sich für viele sehr interessante Möglichkeiten.

Diverses

swix06Um den Nordic Walkern das Walking so einfach wie möglich zu machen, gibt es eine Reihe an Zusatzfunktionen die eienem helfen besser voran zu kommen. Einige will ich mal hier vorstellen:

 

Abnehmbare Schlaufen.

Man bekommt die Hände schnell frei und ist sehr flexibel damit. Das LEKI Trigger war das erste seiner Art und ist bis heute sehr erfolgreich. Aber auch andere Hersteller wie Karhu, EXEL und KV2 bieten inzwischen solche Systeme an.

 

Twist & Go

Hier kann man die komplette Spitze drehen und hat je nach Bedarf das Asphaltpad oder die Spitze zum Laufen. Eine sehr bequeme Sache.

 

New Balanced

Unter dem Griff kann man den gesamten Stock drehen und hat dank spezieller Asphaltpads auch die Wahl zwischen Pad und Spitze. Aber man braucht nicht erst zum unteren Ende des Stockes greifen, um die Spitze zu drehen, was das ganze sehr komfortabel macht.

 

 


 
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