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Nordic Walking Stock-Guide
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Ein guter Nordic Walking-Stock muss so einiges aushalten, aber dem Walker dennoch ein gutes Gefühl vermitteln. Doch wofür entscheidet man sich beim Kauf? Was gibt es für Möglichkeiten?

Diese und viele andere Fragen werden im folgenden Guide beantwortet.

 

Sie sind unsere ständigen Begleiter und tragen maßgeblich zum Wohlbefinden während einer Tour bei. Aber die Auswahl des richtigen Stockes ist nicht leicht, zumal neben den herkömmlichen Stöcken auch noch viele innovative Systeme den Markt erobert haben. Denken wir da nur an das Twist&Go System, Gymsticks, Balanced Drehsystem, abnehmbare Schlaufen uvm.

Etwas soll deutlich machen, wie wichtig die richtige Auswahl ist. Wir machen pro Kilometer ca. 1000 Schritte. Das heißt 1000 Mal Stock aufsetzen, abdrücken, Hand öffnen und Hand schließen. Nutzt sich der Stock zu schnell ab, muss man ständig neue kaufen. Viel interessanter sind dabei aber unsere Hände. Passt die Schlaufe nicht richtig oder ist der Griff nicht für unsere Hand geeignet, so kommt es schnell zu Blasen oder ist zumindest unangenehm beim Nordic Walking.

1. Warum Nordic Walking-Stöcke?

Es liegt an der Funktion, welche die richtige Technik maßgeblich unterstützt und somit auch die vielen gesundheitsfördernden Aspekte zur Geltung bringt. Es wird schnell deutlich, dass es auf dem Markt eine riesige Auswahl gibt und vieles zu beachten ist.

Auch wenn die Wissenschaft festgestellt hat, dass die Gelenkentlastung bei weitem nicht so hoch ist wie früher angenommen, so sollte man sich als Einsteiger und Profi eines vor Augen halten, nämlich, dass die Belastung auch nicht wesentlich höher ist als es die Gelenke durch den Alltag gewohnt sind (abhängig vom Tempo) und zum Beispiel wesentlich geringer als beim Joggen.

Die Stöcke können daher als Trainingsgerät bezeichnet werden, denn erst durch die Gesamtbewegung mit den Stöcken wird die Oberkörpermuskulatur richtig in das Nordic Walking mit einbezogen.

 

2. Die richtige Länge

Historisch gesehen, soweit man es nach dieser doch recht kurzen Zeit so nennen darf, ging die Faustformel von Körperhöhe x 0,7 auf 0,68 und dann auf 0,66 zurück. Diese sind aber nicht mehr als eine Empfehlung und berücksichtigen kaum die persönlichen Faktoren wie Schrittlänge, Armlänge und Technik. Doch nur mit der korrekten Länge können die Halbkreisbewegung und das Öffnen der Hände wirklich auf gesundem Niveau ausgeführt werden.

So ergibt sich auch der optimale Schub für die Vorwärtsbewegung und der Oberkörper  absolviert einen runden Bewegungsablauf. Der Weg zu einem Sportfachgeschäft oder Trainer ist daher sicherlich sinnvoll und trägt wesentlich zum Laufvergnügen bei.

 

3. Verstellbare oder feste Größen?

Besonders in der Anfangsphase von Nordic Walking wurden von den Discountern gerne verstellbare Wanderstöcke und ähnlich unbrauchbare Varianten mit fragwürdiger Qualität auf den Markt geworfen. So hat sich ein sehr ablehnendes Bild bei vielen eingeprägt. Mittlerweile gibt es nur noch eine kleine Auswahl verstellbarer Stöcke wie die von EXEL oder LEKI und da gibt es qualitativ nichts auszusetzen. Einzig die Funktionen sind unterschiedlich.

Die meist verkauften Stöcke haben feste Größen und werden von den Verkäufern oder Trainern an den Kunden angepasst. Der größte Unterschied liegt dabei im Schaft, wobei ich nicht die Verstellbarkeit meine, sondern das Material und dessen Qualität, welche das Schwingungsverhalten beeinflussen. Verstellbare Stöcke brauchen zwei Materialien für den Schaft. Diese werden durch einen Schraubdübel verbunden.

Aber ein solcher Dübel würde Carbon zum Splittern bringen, daher ist der obere Teil aus Aluminium und der untere dann aus Carbon. Dieses macht den Stock hoch belastbar und erzeugt nur wenig Eigenschwingung.

Verstellbare Stöcke sind nicht nur besser zu transportieren, sondern können sehr individuell an das Laufverhalten angepasst werden. Dazu zählen Faktoren wie Laufgeschwindigkeit oder An-/Abstieg der Wanderung. Dabei gibt es zwei Varianten.

LEKI setzte schon bei Wanderstöcken das verstellbare System von 100 bis 135 cm ein, welches sich im Mittelteil des Schaftes befand. Dieses gibt es mittlerweile in den unterschiedlichsten Ausführungen und ist eine bewährte Technik.

LEKI und EXEL setzen zusätzlich auf eine weitere Variante und haben kurz unter dem Griff eine Verstellmöglichkeit von +/- 5 cm eingebaut, ebenfalls mit der bewährten Dübeltechnologie.

 

4. Schaftmaterial

Zumeist wird hier Carbon eingesetzt, das sehr leicht ist und dies in verschiedenen Qualitäten, welche insbesondere für das Schwingungsverhalten wichtig sind. Setzt man einen Stock auf den Boden auf und schiebt sich nach vorn, spannt sich der Stock wie ein Bogen. Beim Beenden der Schubphase schwingt er nach. Je höher die Qualität des Carbons, desto weniger schwingt der Stock nach. Besonders bei längeren Touren ist dieser Aspekt wichtig.

Dann gibt es noch Glasfaserschäfte, welche schwerer sind als Carbon, dennoch grundsätzlich gut geeignet sind. Besonders Discounter setzen diese ein und nach meinen Tests sind diese mit Abstand das Beste, was ein Discountstock zu bieten hat. Glasfaser ist robust, schwingt kaum nach und hält quasi ewig.

Bei Aluschäften scheiden sich bei mir die Geister. Ich habe verschiedene getstet und diese sind grundsätzlich gut. Besonders bei verstellbaren Stöcken in Kombination mit Glasfaser sind sie wirklich zu empfehlen. Reine Alustöcke waren mir etwas zu steif, da diese nicht wirklich nachgeben beim Aufsetzen. Allerdings empfanden einige Tester das etwas höhere Gewicht als sehr angenehm, quasi ein zusätzlicher Trainingseffekt.

 

5. Der Gummipad

Für alle Nordic Walking-Stöcke gibt es Gummipads. Diese sind in erster Linie dazu da, um das klappernde Geräusch der Stöcke auf festem Untergrund wie Asphalt zu dämpfen. Je nach Qualität können sich diese allerdings schnell abnutzen. Auf Wald- und Wanderwegen eignen sie sich aber nicht.

 

6. Die Schlaufen

Im Grunde gibt es drei Arten von Schlaufen, sowie einige nicht brauchbare Varianten von Billigstöcken, um Patente zu umgehen. Das sind Daumenschlaufen, Handgelenksschlaufen und abnehmbare (dazu später mehr).

Die ersten Nordic Walking-Stöcke kamen von EXEL und hatten die Handgelenksschlaufe, bei denen man von unten durchgreift, den Griff in die Hand nimmt und den Klettverschluss schließt. Um die richtige Technik zu ermöglichen, knickt dann der obere Teil des Griffes nach innen weg. Damit liegt der Stock beim Lösen des Griffes am hinteren Scheitelpunkt optimal zwischen Daumen und Zeigefinger.

Bei der Daumenschlaufe wird der Daumen und das Handgelenk umschlossen. So ist die Hand zwischen Daumen und Zeigefinger mit dem Griff verbunden. Damit alles gut passt, muss nur noch der Klettverschluss verschlossen werden.

Beide Schlaufensysteme haben sich als gut erwiesen, dennoch setzt EXEL heutzutage auf die Daumenschlaufe.

 

7. Abnehmbare-Schlaufen

Die ersten Nordic Walking Stöcke mit abnehmbaren Schlaufen kamen von LEKI mit ihrem Trigger-System, was wirklich gut funktionierte. Das System war sehr praktisch, die Hand kam schnell rein und raus und es war sehr stabil. Viele andere Hersteller zogen daraufhin nach, beispielsweise Karhu, KV2, Balanced, EXEL und ein paar andere.

Diese sind nicht zuletzt sehr praktisch. Ich nutze diese auch seit vielen Jahren und empfehle sie gern weiter.

 

8. Schlaufengrößen

Die Stöcke werden mit mittleren Schlaufengrößen geliefert. Wer aber kleine oder große Hände hat, kann bei einigen Herstellern Schlaufen in anderen Größen nachbestellen.

Die Schlaufen selbst können über die Befestigung am Griff noch auf die Handgröße eingestellt werden.

 

9. Die Griffe

Eine der wichtigsten Komponenten für unbeschwertes Walken sind die Griffe. Diese sind allgemein als Oval gearbeitet und passen sich so sehr gut an die Hand an. Die größten Unterschiede liegen dabei im Material und so können diese aus Plastik, Gummi, Kork oder besonderem Schaumstoff sein.

Das Material sollte in erster Linie griffig sein, da man unterwegs auch schwitzt. Hier liegen auch die größten Vorteile von Kork und Schaumstoff, die mit dieser Feuchtigkeit am besten zurecht kommen. Dadurch ist auch der Tragekomfort sehr hoch. Besonders bei tiefen Außentemperaturen sind sie sehr angenehm und rechtfertigen so den höheren Preis.

Plastik und Gummi finden sich vorzugsweise in den Einsteigermodellen. Diese sind deswegen aber nicht schlecht. Wer allerdings plant öfter zu laufen, sollte sich den Schritt zu Kork oder Schaumstoff überlegen.

 

10. Spitzen

Diese sind weitgehend aus Widiastahl, einem besonders gehärtetem Stahl und können verschiedene Formen haben. Besonders häufig sind dabei spitz zulaufende Spitzen, welche tief in den Boden eindringen können, auch bei festem Untergrund wie planierten Waldwegen. Aber auch im Winter auf Winterwanderwegen dringen sie tief ein und geben den nötigen Halt.

Einige Hersteller nutzen Spitzen, die rund gearbeitet sind und spezielle Muster aufweisen und sich dadurch gut dem Boden anpassen. Einzig bei sehr festen Waldböden und flach aufgesetztem Stock neigen sie dazu nach hinten durchzurutschen.

Discountstöcke werben gern mit gehärteten Spitzen, aber ein Test zeigte sehr deutlich den enorm hohen Abrieb wie Kreide auf Asphalt und so liegt deren Lebensdauer deutlich unter den Widiaspitzen.

 

11. Twist&Go

Twist&Go ist Swix' Antwort auf das Padproblem. Der Hersteller baute die Spitze um und setze auf zwei Schenkel eine Spitze und ein Gummipad, welches durch einfaches Drehen gewechselt werden kann. Nutzt man den Gummipad, steht die Spitze dann nach oben und könnte zu Verletzungen führen. Um dies zu verhindern, ist eine kleine Schutzkappe eingebaut. Super Idee, wenn man häufig zwischen Wald- und Asphaltwegen wechselt.

 

 

 

12. Padhalter

Auch Padhalter sind eine gelungene Variante, die Gummipads mitzuführen. Vorbei die Zeiten, wo man dreckige Pads in die Hosentasche stecken musste und danach ein Waschgang nötig wurde.

Die Padhalter werden im oberen Bereich der Stöcke montiert und haben eine geriffelte Aufnahme für die Pads. Daher lassen sie sich einfach von der Spitze abziehen und auf den Halter aufstecken. Fertig.

Vorteil: Kann an jeden Stock montiert werden.

 

13. Balanced-Drehsystem

Das einzige System, bei dem die Spitzen/Pads nicht angefasst werden müssen und die Hände sauber bleiben. Die Gummipads sind speziell gearbeitet. Sobald sie benutzt werden, ragt die Spitze aus dem Pad. Allerdings zeigt sie dann nach hinten.

Soll nun gewechselt werden, wird einfach der Schaft gedreht, was mittels eines Drehgelenks unterhalb des Griffes funktioniert. Eine super einfache Handhabung ohne unnötige Verrenkungen, um an die Spitze zu kommen. Siehe Video.

 

14. Ergofit-Griff

Das Produkt eines Erfinders aus Österreich, welches das Problem der Handöffnung behob und wirklich gut funktioniert. Im Prinzip wird der Griff mit einem Keil versehen. Sobald der Stock nach hinten geführt wird, öffnen sich die Hände ganz automatisch. Wenn man sich dann an das Öffnen der Hände gewöhnt hat, kann man auch gut auf herkömmliche Griffe umsteigen.

 

 

 

15. Discountstock oder Markenware?

Wer einen Stock für einen Ausflug sucht oder nur sehr selten Stöcke braucht, der wird mit einem Discountstock zufrieden sein. Einzig die Schlaufen mindern das Walkinggefühl erheblich. Aber mit einem Preis von 15-20€ sind sie ein günstiger Einstieg.

Markenware ist bereits ab 40 € erhältlich. Allerdings sind sie dann mit einfachem Carbon und simplen Schlaufen versehen. Wer plant regelmäßig zu walken, sollte besonders die Griff-/ Schlaufenkombination testen. Das Material und ein guter Sitz der Schlaufe erhöhen den Komfort erheblich.

 

16. Internet oder Sportgeschäft?

Internet eignet sich dann, wenn man die angebotenen Stöcke bereits kennt und ihre Länge einzuschätzen weiß. Für Einsteiger ist es sinnvoll, sich an ein Sportgeschäft oder einen Trainer zu wenden. Die Stöcke sollten vorher unbedingt getestet werden. Hierzu kann in Sportgeschäften entsprechender Rat eingeholt werden. Nordic Walking-Stöcke halten sehr lang. So sollte auch der Kauf gut überlegt sein. Besonders Größe, Griff und Schlaufe sind wichtige Kriterien.

 

17. Gebrauchte Stöcke

Markenstöcke haben eine hohe Lebensdauer. Daher kann es sich durchaus lohnen, nach gebrauchten Stöcken zu suchen. Die größten Schwachstellen sind hierbei die Spitzen und die Schlaufe. Beim Kauf sollte darauf besonders geachtet werden. Eine einfache Sichtprüfung reicht meistens vollkommen aus, um eventuelle Verschleißspuren zu erkennen.

 

18. Stocktuning

Basteln am Stock ist keine schlechte Idee. Manchmal soll nur eine Spitze gewechselt  oder die Länge des Stocks gekürzt werden. Beliebt ist auch das Nachrüsten von aktuellen Produkten, ohne sich gleich einen neuen Stock kaufen zu müssen.

Basis ist immer ein heißes Wasserbad. Die Spitze oder der Griff werden dabei für 10min in kochendes Wasser gesteckt, damit sich der Heißkleber verflüssigt und die Teile abgezogen werden können. Nach dem Wechsel kann ganz einfach neuer Heißkleber verwendet werden, um die Teile zu befestigen.

Soll der Stock gekürzt werden, kann der Stock auf gleiche Weise erhitzt werden. Danach lassen sich die unnötigen Zentimeter problemlos abschneiden. Dabei aber vorsichtig sein, denn Carbon splittert. Hier helfen zwei Lagen Thesafilm, mit denen die Schnittstelle einfach umwickelt wird.

 

19. Wanderstöcke

Diese eignen sich nicht für Nordic Walking, da die Technik nicht unterstützt wird. Die Schlaufen verhindern das Loslassen des Stockes während der Schubphase. Die Stöcke müssen also permanent umklammert werden. Das verhindert beim Wandern die Pumpbewegung, welche die Hände anschwellen lässt, für Nordic Walking allerdings vollkommen ungeeignet.

 

20. Leihstöcke

Wer für eine Tour ordentliche Stöcke haben möchte und nicht zum Discounter mag, kann sich bei fast allen Sportgeschäften oder Trainern Stöcke leihen. Das ist nicht teuer und sichert in jedem Fall ein angenehmes Laufvergnügen.

 
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