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Skike - Interview mit Frank Röder
Interview mit Frank Röder

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http://www.cross-skating.com

Frank Röder, ein vielseitiger (Tri)Athlet mit Studium im Bereich Sport und Ernährung gilt als der Experte im deutschen Skikelager. Außerdem ist er Referent für Landessportverbände oder Mitarbeiter beim Institut für Sporternährung e.V. und mehrfach lizenzierter Trainer. Sein Hobby der Ausdauersport ist so auch zu seinem Beruf geworden. Das er nun zum Skikeprofi geworden ist kommt nicht von ungefähr, ist es doch eine sinnvolle Trainingssportart. [ weiter ]

1. Wie sind Sie auf Skike aufmerksam geworden und seit wann betreiben
Sie es?



Ich skike seit dem Sommer 2005. Aufmerksam wurde ich, weil ich 
damals eine alte Idee wieder aufgreifen wollte und versuchte 
Bezugsquellen für Material für einen selbstbebauten Nordic-Skate zu 
finden. Vor fast 15 Jahren hatte ich so etwas schon einmal gebaut, 
aber damals ein wenig frustriert aufgegeben. Ich muss dann wohl in 
Google "Nordic Skate" eingegeben haben und fand die Seite des Skike 
Erfinders Otto Eder. Ich brauchte nicht lange zu überlegen und 
bestellte mit sofort ein Paar für damals noch 380 Euro. Und eine Woche 
später gleich noch eines für meine Frau.

2. Sind Sie vorher schon Rollerblades oder Skiroller gefahren?

Vorher ein wenig Inlineskating, aber die habe ich ja schnell 
zerlegt, um den erwähnten Umbau zu machen. Dann habe ich auch 
Inline-Skating mit Stöcken gemacht, was man damals aber noch nicht 
Nordic-Skating nannte, sondern einfach nur "verrückt".
Ich habe dann auch einmal Skiroller probegefahren, aber fand das 
Fahrverhalten auch nicht sicherer als auf Inlinern. Also blieb ich bei 
den billigeren Inlinern. Mehr Spaß hat mir eigentlich schon immer der 
Skilanglauf gemacht, doch da kam die Klimaerwärmung gerade zum 
falschen Zeitpunkt, so dass es ein seltener "Urlaubssport" geblieben 
ist.

3. Welche Erfahrungen haben Sie bei Ihren Kursen mit Neueinsteigern
gemacht? Ist den Teilnehmern das schwer gefallen?

Da habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Es scheint 
weniger vom Talent als vom Willen an systematischem Lernen abzuhängen, 
wie zuverlässig sich Erfolge einstellen. Skilangläufer haben weniger 
Probleme als Inline-Skater und sogar Alpinski-Fahrer sind schnell sehr 
sicher auf den Skikes. Inlineskater und Nordic-Inlineskater halte ich 
sogar für die gefährdetste Gruppe, weil sie sehr leicht Tempo auf den 
Skikes machen können. Und wenn dann etwas schief geht, stürzen sie 
gleich bei hohem Tempo. Für Vorsichtige scheint es gar kein Problem zu 
sein, es dauert eben etwas länger, aber sie dürfen sie sich natürlich 
auch nicht vor Angst verkrampfen.
Meine jüngste Kursteilnehmerin war 7, die älteste 76 Jahre alt, aber 
die meisten sind zwischen 30 und 65 Jahren. Etwa die Hälfte der 
Einsteiger kommt nach 30 bis 90 Minuten schon recht gut mit den Skikes 
klar, ein Viertel sogar ganz hervorragend. Nur beim letzten Viertel 
dauert es etwas länger, aber selten lässt sich auch von dieser Gruppe 
jemand entmutigen. Unter systematischer Anleitung kann vor den 
"Langsamlernern" noch deutlich mehr als die Hälfe zum einem sicheren 
Skiker werden. Dafür gibt es Skike-Kurse, die man belegen kann und 
sollte.

4. Welche Tipps würden Sie Einsteigern geben im puncto Streckenwahl
und Sicherheit?


Schutzkleidung ist sinnvoll beim Stürzen und wenn man nicht stürzt 
nimmt sie etwas die Angst. Neben Helm und Gelenkprotektoren die 
Handschuhe nicht vergessen, denn die Hände kommen immer auf den Boden 
wenn es einmal schief gehen sollte. Die ersten 30 bis 40 Minuten 
unbedingt auf griffigem ebenem Asphalt beginnen. Zuerst die Stöcke 
weglassen und nur die Beintechnik üben. Häufig pausieren, auch für die 
Konzentration. Die Bremsen testen und die Bremstechnik mindesten 20 
bis 30 mal ausprobieren, denn Routine bringt Sicherheit.
Mit den Stöcken sehr aufmerksam umgehen, häufigste Sturzursache sind 
die eigenen Stöcke. Ein flachen und festen Parkweg, kann man schon 
recht früh ausprobieren, vor allem der Stockeinsatz macht dort mehr 
Spaß.
Dann bei den darauf folgenden Ausfahrten immer mit einigen Minuten 
Technikübungen beginnen, die man im Kurs gelernt hat oder von denen 
man weiß, das es die Übungen sind, die man am notwendigsten üben 
sollte. Nicht jeder Kilometer, sondern jeder KORREKT gefahrene 
Kilometer, zählt für die Sicherheit.

5. Ihr Lebenslauf ist recht beeindruckend, grade im Bezug auf Sport
und Ernährung. Kann man skiken als Unterstützung zu einer Diät
empfehlen und was sollte man da besonders beachten?


Absolut! Nach meiner Erfahrung mit anderen Sportarten stehe ich auf 
dem Standpunkt, dass Skiken im Bezug auf den Energieverbrauch alle 
anderen Ausdauersportarten in den Schatten stellt. Als 
Trainingsanfänger muss man natürlich aufpassen, dass man unterwegs 
keinen Hungerast bekommt, weil man den Energieverbrauch unterschätzt.

Und auch hochtrainierte müssen deutlich mehr trinken als in ihrer 
gewohnten Sportart, denn höherer Energieverbrauch erfordert eben auch 
mehr Kühlung durch Schwitzen. Eine Trinkflasche gehört daher bei 
Ausfahrten, ab etwa einer Stunde Dauer, zur Pflichtausstattung.

6. In meinen rechergen bin ich auf eine Aussage gestoßen, das die
Gelenkbelastung geringer als beim Nordic Walking ist, wie kommt das?


6Das hängt mit der einen motorischen Phänomen und wahrscheinlich 
auch mit der Bewegunspsychologie zusammen. Schnelle Bewegungen sind 
technisch schwerer zu kontrollieren. Wer sich im Bereich, nennen wir 
es einmal "Leistungs-Nordic-Walking", also mit hohren 
Bewegungsfrequenzen fortbewegt, weiß, wie sehr es an der Konzentration 
zehrt, die Schnellkoordination lange aufrecht zu erhalten. Ein Fehler 
und man macht einen "hölzernen Schritt" und schon kann die eben noch 
schonende Sportart weh tun. Konzentration ist auch beim Skiken sehr 
wichtig, aber die Bewegungen bleiben auch bei hohem Tempo noch 
erstaunlich ruhig. Der Kraftaufwand ist beim Skiken ganz erheblich 
höher als beim NW. Trotzdem wird sehr kontrolliert gearbeitet auf die 
Gelenke wirkt dieses exakte Krafttraining stabilisierend.
Der Krafttrainingsreiz beim NW ist nicht so hoch um Anpassungen in 
diesem Ausmaß hervorzurufen. Skiken ist eine sehr intensive Sportart, 
bei der positive Anpassungserscheinungen sich auch viel ausgeprägter 
zeigen.

7. Auch Nordic Walking gilt als Ganzkörpertraining, wenn man die 
richtige Technik anwendet, nur machen das die wenigstens. Beim skiken 
ist die Oberkörpertechnik sehr wichtig, was man auch in Videos sieht. 
Ist das Skiketraining daher besser geeignet für den Oberkörper?


Als Ganzkörpertraining gelten ja auch außerdem noch Sportarten wie 
Rudern oder Schwimmen. Bei den meisten Ganzkörpersportarten werden 
zwar viele Muskelgruppen, aber diese oft nicht sehr ausgewogen 
belastet. Meist verhindert es die Belastungsgrenze einer einzigen 
Muskelgruppe, die Gesamtbelastung noch weiter zu steigern. Beim Skiken 
scheint die Belastungsverteilung auf alle Muskelgruppen sehr 
ausgewogen zu sein, man kann sich in allen Muskeln, mit erstaunlich 
hohem Kraftaufwand und auch noch ausdauernd belasten. Beim Skiken 
kommen Stockbrüche durch den Armdruck des Sportlers, zwar nicht gerade 
häufig, aber immer wieder einmal vor. Daran sieht man, wie viel Kraft 
der Oberkörper in dieser Sportart einsetzen kann. Er ist eindeutig 
höher als beim Nordic-Walkig und sogar höher als beim schnellen 
Schwimmen.

 

8. Was sind die größten Unterschiede zum Powersliding?



Powerslide Cross-Skates haben fest montierte Boots, Skikes benutzt 
man mit den eigenen Schuhen. Die Firmen vertreten in dieser Hinsicht 
unterschiedliche Philosophien. Bisher waren es auch die Bremsen, 
welche nur die Skikes besaßen.
Es gibt jetzt neue Modell von Powerslide, die ebenfalls eine Bremse 
besitzen, allerdings nur an einem Skate. Wer so stark bremsen möchte, 
wie mit Skikes kann sich eine zweite Bremse an seinen Powerslides 
nachrüsten.
Bei den Skikes, bei denen die Bremse die durch Unterschenkeldruck nach 
hinten ausgelöst wird, ist dadurch eine Art "Überschlagversicherung" 
(nach hinten), eingebaut. Powerslides werden durch Druck nach vorn 
gebremst, was nicht nur diesen Effekt ausschließt, sondern auch 
spezielle Fahrtechniken im Gelände leider gar nicht erst zulässt.


9. Warum ist es sinnvoll für den Einstieg einen Kurs bei einem Trainer
zu machen?

Ein Kurs bei einem erfahrenen Trainer kürzt die Übungszeit
erheblich ab, auch wenn man schon Vorkenntnisse hat. Es gibt immer
Tipps oder kleinere Trainer-Korrekturen, die einen weiterbringen.
Außerdem werfen die Trainer einen Blick auf die Einstellung der
Skikes, was mindestens eben so wichtig ist wie das korrekte Üben. Dann
kann der "richtige" Spaß um so früher beginnen.




Frank Röder im Internet:


Cross-Skating PORTAL
http://www.cross-skating.com

Cross-Skating FORUM
http://forum.cross-skating.com

Skike- und Cross-Skating-SHOP
http://www.X-Skating.com

Skike-KURSE und Aktivitäten
http://www.X-Skating.de

 
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